{"id":2103,"date":"2026-01-22T21:26:04","date_gmt":"2026-01-22T21:26:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=2103"},"modified":"2026-02-01T19:35:18","modified_gmt":"2026-02-01T19:35:18","slug":"texte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=2103&lang=de","title":{"rendered":"TEXTE"},"content":{"rendered":"<div class=\"gb-container gb-container-2e3eee95\"><div class=\"gb-inside-container\">\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-8e285fd0 gb-headline-text\"><strong>Magda Csutak<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Die Ann\u00e4herung an die Null<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind die wichtigsten Schritte zu Stationen, die darauf hinweisen, wie ich durch meine Arbeit zur Frage Null gekommen bin (ich bin am Rande des Quantenfeld Vakuums gelandet).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Materie formt, deutet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Interesse f\u00fcr das Material reicht lange zur\u00fcck. Wenn ich nachdenke, wo es richtig, eindeutig in meiner Arbeit zur Geltung kommt, dann tr\u00e4gt es eben auch den Titel <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_medgidia.jpg\" target=\"_blank\">Zu Ehren der Erde<\/a><\/em>, eigentlich ein Hochrelief MATERIE ERDE, ein 3\u00d73 m<sup>2<\/sup>, tonnenschweres massives Schamottwerk. In Wellenformen modellierte Masse in 9 Elementen, quad ratisch, blockm\u00e4\u00dfig GEO-METRISCH gegliedert. Das kann hier wortw\u00f6rtlich als Eingriff eines GEOMETERS betrachtet werden (und nicht als Kunstrichtung bezeichnete Geometrie). Nur wegen der Ben\u00fctzung geometrischer Formen f\u00fchle ich mich nicht zu den geometrischen K\u00fcnstlern zugeh\u00f6rig. Wir haben Definitionen (Kategorien), aber wir irren uns h\u00e4ufig \u00fcber deren sprachliche Anwendungen. Hier kommt die visuelle Sprache zur Hilfe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>        <div class=\"rmwr-wrapper\" \n             data-id=\"rmwr-69e381e4e4a98\"\n             data-mode=\"normal\"\n             data-animation=\"fade\"\n             data-duration=\"300\"\n             data-smooth-scroll=\"true\"\n             data-scroll-offset=\"0\">\n            <button \n                type=\"button\"\n                class=\"read-link\" \n                id=\"readlinkrmwr-69e381e4e4a98\"\n                data-open-text=\"Read More\"\n                data-close-text=\"Read Less\"\n                aria-expanded=\"false\"\n                aria-controls=\"readrmwr-69e381e4e4a98\"\n                aria-label=\"Read More\"\n            >\n                <span class=\"rmwr-text\">Read More<\/span>\n            <\/button>\n            <div \n                class=\"read_div\" \n                id=\"readrmwr-69e381e4e4a98\"\n                aria-hidden=\"true\"\n                data-animation=\"fade\"\n                data-duration=\"300\"\n                style=\"display: none;\"\n            >\n                &nbsp;<\/strong><br>Das ist die Art der Inszenierung meines Werkes in der Landschaft.<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#land\"><sup>1<\/sup><\/a> Die hoch gebrannten Elemente sind in der Park-Landschaft so in die Erde eingesetzt, dass sie Ambivalenz zeigen. Sie k\u00f6nnen auf in die Erde versunkene arch\u00e4ologische Objekte deuten, oder in die Erde eingeschlagene Meteoriten sein.<br>Sp\u00e4ter, als ich in den 80er Jahren bereits in Wien war, habe ich viele arch\u00e4ologische Elemente in meine Werke einbezogen. Damit wird die Einheit zwi \u2013 schen Bild<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#bild\"><sup>2<\/sup><\/a> und bildtragender Materie betont (Knochenporzellan).<br>Noch weiter, sp\u00e4ter wird die oben genannte bildtragende Materie als papierd\u00fcnnes \u201e<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_Porzellanpapyrus.jpg\" target=\"_blank\">Porzellanpapyrus<\/a>\u201c den Mazzes-Bl\u00e4ttern von Erd\u00e9ly Mikl\u00f3s gegen\u00fcbergestellt: f\u00fcr Zeitebene, Zeitdimensionen, f\u00fcr Organisch-Anorganisch, f\u00fcr den K\u00f6rper, f\u00fcr den Geist, f\u00fcr Strukturen, f\u00fcr Brot.<br>In der Eindeutigkeit w\u00e4chst die Mehrdeutigkeit, Zerbrechlichkeit, Ertragen von Ungerechtigkeit, Geistigkeit, Judentum, Christentum, Bild und Abbildung.<br>Das Interesse f\u00fcr Material begann schon w\u00e4hrend meiner Hochschulzeit in Klausenburg. Ich entschied mich an der damaligen Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste f\u00fcr die Keramik-Klasse. Hier hatten wir richtig progressiv denkende Lehrkr\u00e4fte, mit gro\u00dfartig humanistischer Ausbildung. Trotz der politischen Zust\u00e4nde konnten wir eine analytische Denkweise \u00fcben. Heftige Debatten folgten unseren Wunsch\u00e4u\u00dferungen nach Freiheit. Jede neue Sache, jede neue<br>Ausdrucksform war eine Befreiung vom Gef\u00fchl der Isolation. Hier habe ich f\u00fcr mich meine Sprache gefunden. Die verborgene Sprache, die tief in der Materie steckt. Verstecktes Universum?<br>F\u00fcr uns war die Sprache niemals eindeutig. Zu respektieren waren die Fachsprache und die individuelle Vielf\u00e4ltigkeit.<br>Wir wussten genau, wie manipulierbar die Sprache sein kann. Ist nicht der Sinn der Schule das Denken zu entwickeln?! Durch die Reaktion auf Begebenheiten entwickelt sich eine gro\u00dfe Sensibilit\u00e4t. Stolz bemerke ich, dass Ligeti\u2018s<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#ligeti\"><sup>3<\/sup><\/a> Gespr\u00e4che, die ich dann sp\u00e4ter in Wien geh\u00f6rt habe, diese Vielfarbigkeit, Vielsprachigkeit, die ich auch in Klausenburg erlernte, wiederspiegelten. Wir wissen so viel \u00fcber Sprachen, aber die dazugeh\u00f6rende Sensibilit\u00e4t, sie zu deuten, steht nicht im Lexikon. Trotzdem muss man sich zumindest das Alphabet zu Eigen machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie findet man in die Sprache der Materie hinein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Mitarbeiterin am Bukarester Forschungsinstitut f\u00fcr Optisches Glas und Feinkeramik hatte ich zum ersten Mal die M\u00f6glichkeit, tief in die Strukturen der Materie einzudringen. Als Instrument des WEITERSEHENS hatten wir das Elektronenmikroskop. Im Zentrum unserer Forschung standen das optische Glas und das fotosensitive Glas. Diese Silber beinhaltende Masse l\u00e4sst sich, bedingt durch ihre Fotoempfindlichkeit, pr\u00e4zis strukturieren \u2013 mit Licht aktiviert und chemisch behandelt. Da wird das Licht in zwei gegens\u00e4tzlich reagierende Materialien, Silber und Silizium, abbildend\u2013formend pr\u00e4sent.<br>Pl\u00f6tzlich \u00f6ffneten sich neue Dimensionen. Das Unsichtbare sichtbar zu machen war eine neue, reizende Aufgabe. Auf einem ziemlich langen Weg, mit vielen Erfahrungen, mit immer neuen Experimenten folgte ich den Silikaten auf mehreren Ebenen.<br>In vieler Hinsicht n\u00e4herte ich mich intuitiv an die Materialauswahl, was mich dann sp\u00e4ter vor r\u00e4tselhaften Fragen stellt. Oft passiert es, dass wesentlich sp\u00e4ter eine oder andere Ebene die richtige (Be-)Deutung bekommt und mir neue Wege, neue M\u00f6glichkeiten zeigt.<sup><a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#zeigt\">4<\/a>&nbsp;<\/sup><br>Schon lange besch\u00e4ftigen mich die Darstellung des Raumes und die Suche nach einer neuen Sprachform.<br>Die eindeutig f\u00fchrende Rolle spielt immer die Materie, die aktiv beteiligt ist an der Erkennung ihrer selbst als Instrumente des Einblicks in den Mikro- und Makrokosmos: Mikroskope und Teleskope.<sup><a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#telescope\">5<\/a>&nbsp;<\/sup><br>Die AKTIVIT\u00c4T DER MATERIE ist die eigentliche Essenz ihres Seins. Je tiefer unser Einblick im Bereich der Teilchen, desto besser verstehen wir das Universum als GANZES.<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#ganz\"><sup>6<\/sup><\/a> Um die allergr\u00f6\u00dften Strukturen des Universums zu verstehen, m\u00fcssen wir die allerkleinsten Teilchen kennen. Wir bewegen uns im gr\u00f6\u00dften Raum.<br>Die Teilchen der subatomaren Welt sind nicht nur aktiv im Sinne einer schnellen Bewegung, sie sind selbst Prozesse! \u201eALLES FLIESST\u201c, sagte Heraklit von Ephesus, ebenso Lao-tzu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Raum und Materie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Physiker ist der Raum ein Koordinatensystem.<br>F\u00fcr K\u00fcnstler? \u2013 Freiheit!<br>Basierend auf dieser These, habe ich als visuelle Aufgabe noch in den 70er Jahren in Bukarest eine Reihe von Arbeiten gemacht.<br>Das dreidimensionale Porzellanobjekt zusammengestellt aus Abbildungselementen Positiv\u2013Negativ; Negativ\u2013Positiv,<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#negat\"><sup>7<\/sup><\/a> sollte in spielerischer Form den streng Kartesianischen Koordinaten unterworfenen Raum in eine befreiende Konstruktion wiederum in Raum bringen, was eigentlich absurd ist.<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_pozitiv_negativ.jpg\" target=\"_blank\"> [foto]<\/a><br>Auf der polaren Zweiheit von positiven und negativen Prinzipien beruht unsere sichtbare Welt.<br>Der Widerspruch ist eine der wesentlichen Basen des Lebens, sagt auch der \u00f6sterreichische Physiker Herbert Pietschmann.<br>Im Allgemeinen bauen auch meine Werke auf Widerspr\u00fcche auf, wie:<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts und Etwas<br>Bewegung und Ruhe<br>Existenz und Nicht-Existenz<br>Kontinuit\u00e4t und Diskontinuit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Mengen von Widerspr\u00fcche folgen und formen meine Bild-Konstruktionen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Raum und Materie im Quantenfeld<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde gern unsere Quantentheoretische Zeit SILIZIUM ZEIT nennen. So wie fr\u00fcher Eis Zeit, Stein Zeit, Bronze Zeit etc..<br>Nennen wir einige Materialien, die ich wirken lasse, sublimiere.<br>Das Silber: Kann Licht reflektieren. Als Spiegel, die ganze Welt in ihm erblicken lassen. (Spiegelteleskop).<br>Kann Licht haftend sein. (Photographie).<br>Der lebenswichtige Kohlenstoff: Von der Gitterstruktur unterschiedlich determiniert, weich, undurchsichtig, dunkel \u2013 der Graphit, hart und durchsichtig \u2013 der Diamant.<br>Der Quarz (SiO<sub>2<\/sub>): In seiner Elementarform das Silizium. Zweith\u00e4ufigstes chemisches Element, anwesend in der Sonne und in anderen Sternen, hart und spr\u00f6d, Verbindungen von Porzellan (undurchsichtig), von Glas (durchsichtig). Leitf\u00e4hig (Elektron), Speicher (elektronische Speicherung).<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#speich\"><sup>8<\/sup><\/a><br>Alle sind Instrumente des WEITER SEHENS und voll widerspr\u00fcchlich.<br>Ob in der sichtbaren Welt, deren zeitloser Aspekt die Natur ist, die unsichtbaren Prinzipien zum Ausdruck kommen, ist immer noch fragw\u00fcrdig.<br>Dass die Bildwelt auf Licht angewiesen ist, ist eine Evidenz. Das Licht, das sich immer weiter verbreitet und immer mehr das Menschenwesen innerlich durchdringt, ist uns auch wohl bekannt. Das aber das Photon als kleiner \u201eBaustein\u201c des Lichtes und elementarer Konstrukteur des wahrnehmbaren Bildes auch Materie zu nennen ist, ist f\u00fcr uns nicht eindeutig vorstellbar. Mit Lichtgeschwindigkeit rasende, massenlose Teilchen, Photonen, verfolge ich in ORTSAUFL\u00d6SENDER Wechselwirkungen mit verschiedenen Materialien, um ihre Anwesenheit zu zeigen.<br>Um in Verbindung mit Glas das Ph\u00e4nomen Licht abzubilden, habe ich zwei Wege gew\u00e4hlt.<br>Auf einem stand das Zufallsprinzip im Vordergrund. Deshalb nannte ich mein Werk auch <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_Schatten-des-Zufalls.jpg\" target=\"_blank\"><em>Schatten des Zufalls<\/em>.<\/a> [Abb. S. 56] Ich habe auf die Glasplatte einer Xeroxmaschine mehrere Male Mikado-St\u00e4bchen fallen lassen und die unterschiedlichen Zufallspositionen (Gravitation) abgebildet. Diese Aufnahme gleich auf Transparentfolie abgebildet gab mir die M\u00f6glichkeit weiter abzubilden, aber dieses Mal auf einer sichtbaren Ebene zu bringen, was vorher versteckt war: den Schatten.<br>Der andere Bild\u2013Abbild-Weg war die glatte lichtleitende Glasoberfl\u00e4che durch Diamantritzen zu \u201est\u00f6ren\u201c. Da zeigt der Halbleiter Glas sein Licht leitendes Agieren mit einem Schatteneffekt.<br>Ephemer, geheimnisvoll sind im Gegensatz zu den vorherigen Bildern die lichtempfindlich gemachten Gipswerke, die \u00fcber Verschwinden von Lichtteilchen informieren. Ja! \u2013 dieses winzig kleine Photon ist wegweisend \u2013 informiert uns. Wir m\u00fcssen nur entziffern!<br>Nach den Kriterien der chemisch-physikalischen Eigenschaften habe ich zwei Oxide ausgew\u00e4hlt, um meine bisher wei\u00dfen \u201ePorzellanpapyrus\u201c-Bl\u00e4tter in der Masse f\u00e4rben zu k\u00f6nnen: das rotf\u00e4rbige Eisenoxid und das gr\u00fcne Nickeloxid (komplement\u00e4re Farben). Zuerst habe ich die beiden Oxide willk\u00fcrlich dosiert.<br>So sind auch starke Farbunterschiede, wie im Werk <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_GeradeZahl.jpg\" target=\"_blank\">Gerade Zahl<\/a>,<\/em> 1992 entstanden. Diese zwei Oxide sorgten dann f\u00fcr eine weitere Farbpalette in den Werken <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_still_leben.jpg\" target=\"_blank\">Still Leben<\/a><\/em>. Die Dosierung wird aber immer feiner kalkuliert, sodass die Farbe homogen ist, nur die Tonalit\u00e4tsunterschiede zwischen den Bl\u00e4ttern sind merkbar.<br>Als simultane Verbundenheit des Feuers (1260 C\u00b0, die Porzellan Brandh\u00f6he) formuliert sich der ineinander schmelzende komplement\u00e4re Gegensatz.<br>Hier gl\u00fcht das Eisen-Nickel zusammen mit der Porzellan-Masse gleich wie in Meteoriten oder in der auf Mars identifizierten kosmischen Nickel-Eisen Legierungen. (\u00dcbrigens, erfuhr ich nur sp\u00e4ter \u00fcber diese kosmische Verwandtschaft.)<br>Bewusst wird in dem Schl\u00fcsselwerk <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_Subjekt_und_Pradikat.jpg\" target=\"_blank\"><em>Subjekt und Pr\u00e4dikat<\/em> <\/a>(1997\u20131999) [Abb. S. 70\u201371] das kosmisch\u2013irdische Hybrid, die Raum\u2013Materie\u2013Zeit-Einheit auf der Ebene formuliert. Dieses Werk weicht von der klassisch perspektivischen Raumdarstellung ab. Es ist als eine illusionistische Raumebene zu interpretieren,<br>nicht im Sinne Euklidischer Ebene.<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#ebene\"><sup>9<\/sup><\/a> Ein Tiefeneindruck, wo das Raumgef\u00fchl sich durch Farbtonalit\u00e4t ordnet, beginnend mit der Ebene Wand (Leerstelle) und fortsetzend mit von vorne nach hinten verdunkelnden, rechteckigen Oxid Porzellanplatten (in der Zahl 5 \u2013 Primzahl).<br>Das alles ist ein Hinweis auf kosmische Raumzusammengeh\u00f6rigkeit, was aber der klassisch perspektivischen Darstellung unm\u00f6glich w\u00e4re.<br>Hier taucht zum ersten Mal die Null auf, aber die Leerstelle als Leere im numerisch bezeichneten Raum.<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#raum\"><sup>10<\/sup><\/a><br>In der perspektivischen Konstruktion der Fluchtpunkt, im Koordinatensystem der Origo, im Raum der Schneidepunkt als Monade? Numerus? Stellenwert?<br>Schneidepunkt im Energiefeld?\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026was ist das? dieses Nichts?????<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Kraft des Unendlichen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir wissen schon l\u00e4ngst, dass unsere Welt mathematisch ableitbar ist, Naturgesetze mathematisch beschreibbar sind.<br>Ma\u00dfst\u00e4be setzen Mathematiker, Musiker, Literaten, bildende K\u00fcnstler, um hinter Naturph\u00e4nomen steckende numerische (zahlenm\u00e4\u00dfige) \u201eMuster\u201c zu analysieren.<br>Die Materie formt ihre eigene Geschichte. In einem messbaren System zeigt sie ihre Strukturen, pr\u00e4sentiert ihre Komplexit\u00e4t. Dann verschwindet sie vor unseren Augen und anderen Rezeptoren. F\u00fcr uns bleibt, am Endlosen endlos zu arbeiten.<br>Die Null ist ein strategisches Element im Immerweiterdenken, wo wir in der Weite existierende Wechselwirkungen noch ahnen k\u00f6nnen.<br>In meinen sich permanent bewegenden, in Teilchen Ma\u00dfstab konzipierten Werken<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#werken\"><sup>11<\/sup><\/a> \u2013 meistens zwei unterschiedliche, in ihren Proportionen sehr schwer differenzierbare Ellipsen, steht Null f\u00fcr die Variable zur Verf\u00fcgung \u2013 um das Unendliche zu inszenieren, \u201ekalkulieren\u201c.<br>Numerische, oder andere \u00c4nderungen formen meine <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/text\/text_die.jpg\" target=\"_blank\">Quasiformeln<\/a><\/em>, Bild-Konstruktionen. F\u00fcr mich ist der Wunsch da, durch minimale Verwendung von Form und Material, an das spannende FELD der st\u00e4ndig Dialog f\u00fchrenden Materie\u2013Licht n\u00e4her zu kommen. Licht besteht als FELD.<br>Das Sehen und Begreifen, in Wechselwirkung zwischen Objekt und Beobachter, kann verstanden werden. Das hei\u00dft in der Quantentheorie laut Heisenberg, dass \u201eWas wir beobachten, nicht die Natur selbst ist, sondern Natur, die unserer Art der Fragestellung ausgesetzt ist\u201c.<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#ausge\"><sup>12<\/sup><\/a><br>In diesem Sinne kann die k\u00fcnstlerische Arbeit ein Begleiter im balancierenden, schleusenden Erkenntnisprozess sein.<br>Das ist eine geordnete Freiheit, ein st\u00e4ndiger Abwechslungsprozess von Leere und Form.<br>Ist das Vakuum in der Tat eine LEBENDE LEERE?<br>Anschlie\u00dfend, statt des \u00fcblichen literarisch-poetischen Zitats m\u00f6chte ich in Folge der Sch\u00f6nheit und Wahrheit, Wahrheit und Sch\u00f6nheit \u201edie sch\u00f6nste mathematische Formel\u201c<a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/?page_id=777#form\"><sup>13<\/sup><\/a> aufschreiben:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"gb-block-image gb-block-image-191babf1\"><img decoding=\"async\" class=\"gb-image gb-image-191babf1\" src=\"http:\/\/xmagda.veszabolcs.nhely.hu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/pi.png\" alt=\"\" title=\"pi\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-base-color has-alpha-channel-opacity has-base-background-color has-background is-style-default\" \/>\n\n\n\n<p class=\"gb-headline gb-headline-25f54e84 gb-headline-text\"><sup>1<\/sup> Es ist wichtig zu bemerken, dass der Ort des Land-Art-Werkes ein arch\u00e4ologisch wichtiger Fundort ist, als \u201eHamangia Kultur\u201c bekannt, in der N\u00e4he der Donau und des Schwarzen Meeres, in Medgidia, Rum\u00e4nien.<br><sup>2<\/sup> Abbildung von versteinerten Vogelsauriern aus dem Naturhistorischen Museum, Wien.<br><sup>3<\/sup> Ligeti lebte in Klausenburg (Rum\u00e4nien).<br><sup>4<\/sup> Hier w\u00fcrde ich gerne John Locke zitieren: \u201eNichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen gewesen w\u00e4re\u201c. (Nihil est in intellectu, quod non fuerit in sensu, in: An essay concerning human understanding, 1690). Zitiert von: Simonyi, K\u00e1roly: A fizika kult\u00fart\u00f6rt\u00e9nete [Kulturgeschichte der Physik]. Gondolat, Budapest, 1981. S. 248.<br><sup>5<\/sup> Magda Csutak: Grenzen von Bewusstsein, in: Peter Weibel, hrsg.: Jenseits von Kunst, Passagen Verlag, Wien, 1997. S. 425.<br><sup>6<\/sup> Im Jahre 2006, in KFKI (Central Research Institute for Physics, Atomic Energy Research Institute of Hungarian Academy of Sciences), als ich meine Ausstellung im Kiscelli Museum in Budapest vorbereitete, hatte ich die M\u00f6glichkeit mit dem Raster-Tunnel-Mikroskop in die atomare Struktur von Graphit einblicken zu k\u00f6nnen.<br><sup>7<\/sup> Die Negativformen urspr\u00fcnglich aus Gips hergestellt f\u00fcr Gussformen gemacht. Hier aber statt aus Gips, alles aus Porzellan. In der Phototechnik gilt die selbe Positiv-Negativ Spielregel, f\u00fcr die Bildervervielf\u00e4ltigung. (Die digitalisierte Bilderwelt auf dem bin\u00e4ren Zahlensystem aufgebaut.)<br><sup>8<\/sup> Optische Prismen u. Linsen, Spiegel, optische Glasfaser, Glasfaser Kabeln, optische. Speichermedien CD(Rom), USB, etc.<br><sup>9<\/sup> PERSPEKTIVA, PERSPECTIVE. Hrsg. Petern\u00e1k Mikl\u00f3s, Er\u0151ss Nikolett. M\u0171csarnok\/Kunsthalle, C3, Budapest, 2000. S. 176\u2013177.<br><sup>10<\/sup> Mein erstes \u201eNull-Bild\u201c in elliptischer Form entstand im Jahre 1999.<br><sup>11<\/sup> 10<sup>23<\/sup> Teilchen Sekunden = 0,000000000000000000000001.<br><sup>12<\/sup> Werner Heisenberg: Physik und Philosophie. Weltperspektiven. Ullstein, Frankfurt am Main, 1973. S. 40.<br><sup>13<\/sup> Diese Eulerische Formel wurde 2006\/2007 in 6 Vortr\u00e4gen \u00fcber die einzelnen Elemente von dem Wiener Mathematiker Prof. Rudolf Taschner vorgestellt und analysiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"gb-container gb-container-f99fdcdb\"><div class=\"gb-inside-container\">\n\n<p class=\"gb-headline gb-headline-937a5ee5 gb-headline-text\"><strong>            <\/div>\n        <\/div>\n        &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<\/div><\/div>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-contrast-3-color has-alpha-channel-opacity has-contrast-3-background-color has-background\"\/>\n\n<\/div><\/div>\n\n<div class=\"gb-container gb-container-71fb95e2\"><div class=\"gb-inside-container\">\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-78e15035 gb-headline-text\"><strong>Magda Csutak<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Meine Kunstkammer,<\/strong><br><strong>Materialit\u00e4t in der Medienkunst oder die Aktivit\u00e4t der Materie.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Ph\u00e4nomen unserer Zeit, der zunehmende Verlust von k\u00f6rperhafter Substanz durch Digitalisierung und damit die steigende Flut von Daten und Informationen l\u00e4sst uns vergessen oder ignorieren, dass gerade in dem Wesen der Materie selbst, in dessen Aktivit\u00e4t die M\u00f6glichkeit liegt, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Sie selbst ist Akteur in dem Erkenntnisprozess.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>        <div class=\"rmwr-wrapper\" \n             data-id=\"rmwr-69e381e4e4c7a\"\n             data-mode=\"normal\"\n             data-animation=\"fade\"\n             data-duration=\"300\"\n             data-smooth-scroll=\"true\"\n             data-scroll-offset=\"0\">\n            <button \n                type=\"button\"\n                class=\"read-link\" \n                id=\"readlinkrmwr-69e381e4e4c7a\"\n                data-open-text=\"Read More\"\n                data-close-text=\"Read Less\"\n                aria-expanded=\"false\"\n                aria-controls=\"readrmwr-69e381e4e4c7a\"\n                aria-label=\"Read More\"\n            >\n                <span class=\"rmwr-text\">Read More<\/span>\n            <\/button>\n            <div \n                class=\"read_div\" \n                id=\"readrmwr-69e381e4e4c7a\"\n                aria-hidden=\"true\"\n                data-animation=\"fade\"\n                data-duration=\"300\"\n                style=\"display: none;\"\n            >\n                &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"popmake-423\">In meiner Arbeit habe ich nach den wichtigsten Kriterien ihrer Eigenschaften eine Selektion der Materialien getroffen, die ich selbst agieren lasse, so wie: Silizium, Kohlenstoff, Silber, Nickel-Eisenoxid.<br>Es ist mir bewusst, dass \u201eRechnen mit dem Bleistiftstrich\u201e keine Utopie mehr ist. Die Siliziumelektronik mit Graphen (Grafitpl\u00e4ttchen, die nur eine Atomlage dick sind)* k\u00f6nnte die Miniaturisierung bis in atomare Dimensionen treiben. Dieses schon seit der Antike Bekannte Material Grafit mit seiner atomaren Gitterstruktur, mehrfach \u00fcbereinander stehender \u201eBienenwaben\u201c wird bald funktionsf\u00e4hige Wirklichkeit f\u00fcr Quantencomputer sein. Unsere atomare Uhr tickt unbemerkt.<br>*Die beiden Physiker Andre Geim und Konstantin Novoselov wurden f\u00fcr die Herstellung und Analyse des Graphen mit dem Physiknobelpreis 2010 geehrt.<br>In vorliegender Montage-Arbeit (siehe Detailaufnahme) beabsichtige ich, Graphit in Form von Graphen zu zeigen. Dieses Werk (work in progress), das seit Langem den Titel \u201eMEINE KUNSTKAMMER\u201e tr\u00e4gt, entwickelt sich in meinem Laboratorium, sprich meiner Atelierwand. Es ist quasi ein Diagramm der Vernetzung der von mir entwickelten Gedanken-Elemente.<br>Es besteht aus:<br>4stk. Polaroidfoto,<br>Astronomische Abbild- Illustration,<br>Holzst\u00e4bchen,<br>Plastiklineale,<br>Kopfform,<br>Porzellanplatte, beschichtet mit Fotoemulsion<br>und Pauspapier mit Graphitspuren.<\/p>\n\n\n<div class=\"gb-container gb-container-9e94ef1a popmake-423\"><div class=\"gb-inside-container\">\n\n<p class=\"gb-headline gb-headline-1fe84e28 gb-headline-text\"><strong>            <\/div>\n        <\/div>\n        &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<\/div><\/div>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-contrast-3-color has-alpha-channel-opacity has-contrast-3-background-color has-background\"\/>\n\n<\/div><\/div>\n\n<div class=\"gb-container gb-container-d1ead28f\"><div class=\"gb-inside-container\">\n\n<h3 class=\"gb-headline gb-headline-cb8bbb91 gb-headline-text\"><strong><strong>Emese Mucsi<\/strong><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Todesangst hin oder her<\/strong><br>In der \u00dcbersetzung von Zita Ragoncza<br><strong>MAGDA CSUTAK: AUSZEICHNUNG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas das Computer-Horror\u201c \u2014 diese geheimnisvolle Aufschrift ist auf dem 1978 entstandenen Werk der bildenden K\u00fcnstlerin Magda Csutak (1945, Sepsiszentgy\u00f6rgy) zu lesen. Obwohl bestimmte Eigenschaften des filigranen Gegenstandes aus Knochenporzellan, das durch eine einzigartige Herstellungsweise geschaffen wurde, den Merkmalen einer Anstecknadel gleichen \u2013 die Anbringung erfolgt auf \u00e4hnliche Weise, die Materialqualit\u00e4t ist bedeutungsvoll \u2013 wird hier die Form in den Hintergrund gedr\u00e4ngt und die vom Gegenstand getragene und verk\u00fcndete Nachricht hervorgehoben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>        <div class=\"rmwr-wrapper\" \n             data-id=\"rmwr-69e381e4e4dd9\"\n             data-mode=\"normal\"\n             data-animation=\"fade\"\n             data-duration=\"300\"\n             data-smooth-scroll=\"true\"\n             data-scroll-offset=\"0\">\n            <button \n                type=\"button\"\n                class=\"read-link\" \n                id=\"readlinkrmwr-69e381e4e4dd9\"\n                data-open-text=\"Read More\"\n                data-close-text=\"Read Less\"\n                aria-expanded=\"false\"\n                aria-controls=\"readrmwr-69e381e4e4dd9\"\n                aria-label=\"Read More\"\n            >\n                <span class=\"rmwr-text\">Read More<\/span>\n            <\/button>\n            <div \n                class=\"read_div\" \n                id=\"readrmwr-69e381e4e4dd9\"\n                aria-hidden=\"true\"\n                data-animation=\"fade\"\n                data-duration=\"300\"\n                style=\"display: none;\"\n            >\n                &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"popmake-423\">Es handelt sich daher nicht um eine Anstecknadel, sondern um eine <em>Auszeichnung<\/em>, wie es auch durch den Titel des Werkes best\u00e4tigt wird. Das Werk ist nicht gew\u00f6hnlich, vielmehr einzigartig. Es kann nur auf der Brust dessen prangen, der sich als w\u00fcrdig erweist. Aber wer verdient wohl eine solche Auszeichnung und wof\u00fcr? Die <em>Auszeichnung<\/em> entstand Ende der 70er Jahre im Rahmen eines Kunstprogramms, als die in Wien lebende Magda Csutak entschied, die von ihr angefertigten, individuellen Auszeichnungen an ihre damaligen Freunde, vermehrt Hauptakteure der Undergroundszene der ungarischen Kunst, zu verteilen. Viele haben eine erhalten, unter anderen L\u00e1szl\u00f3 Beke, Annam\u00e1ria Sz\u0151ke, L\u00f3r\u00e1nd Hegyi und Tam\u00e1s Szentj\u00f3by, aber alle durften den Gegenstand mit der begleitenden Bemerkung bzw. symbolischen Geste entgegennehmen, dass diese pers\u00f6nliche Anerkennung auch als eigene Urne interpretiert werden kann.<br>Die Grundsubstanz der <em>Auszeichnung<\/em>, die Porzellanmasse, enthielt auch Knochenmehl und die teilweise an die Bedingungen eines Krematoriums erinnernde Herstellung erfolgte in \u00d6fen auf hohen Brenntemperaturen. Das Knochenporzellan ist urspr\u00fcnglich eine englische Entwicklung, aber auch andernorts wurde mit verschiedenen Beimischungen experimentiert. So auch im Forschungsinstitut f\u00fcr Glas- und Feinkeramik in Bukarest, wo Magda Csutak, deren Werke und Gedanken sich im Grenzbereich zwischen Kunst und Wissenschaft bewegten, zwischen 1974 und 1977 als Formgestalterin angestellt war und das Material sowohl erforschte als auch pr\u00fcfte (und auch an Versuchen von photosensiblen Gl\u00e4sern, optischen Gl\u00e4sern und Lasern teilnahm). Gleichzeitig f\u00fchrte sie als Stipendiatin im Atelier, unter freieren Bedingungen ihre Arbeit am Knochenporzellan fort; dabei erschuf sie unter anderem hauchd\u00fcnne, zerbrechliche Porzellanoberfl\u00e4chen. Csutak erg\u00e4nzte ihre Materialkenntnisse und technischen Fertigkeiten nach und nach mit kulturgeschichtlichem Wissen \u00fcber Gegenst\u00e4nde und Kunstwerke auf Silikatbasis. \u00dcber ihr Studium hinausgehende Kenntnisse erwarb sie nach ihrer T\u00e4tigkeit in Bukarest in der Zeit in Wien, in der sie als Objektrestauratorin mit historischen, au\u00dfergew\u00f6hnlichen und geheimnisvollen St\u00fccken arbeiten durfte \u2013 dadurch wurde ihr Verh\u00e4ltnis zu den Materialien noch reflektierter. Aus ihren Werken um 1977-78 geht ein hauchfeines&nbsp; Porzellan hervor, das, \u00e4hnlich einem Blatt Papier, als Schrifttr\u00e4ger fungiert. Diese Herangehensweise ist teils das Resultat der Erkenntnis, dass ein Gro\u00dfteil von historischen Objekten \u2014Tontafeln, eingeritzte Knochenst\u00fccke, von Hand beschriftetes und bedrucktes Papier etc. \u2014 zur Speicherung von Daten, zur Hinterlassung von Spuren und als Erinnerungstr\u00e4ger dienten. Und dass die Geschichte der Menschheit unter anderem durch diese Gegenst\u00e4nde und die darauf hinterlassenen Spuren, Informationen sowie deren Zusammenh\u00e4nge ein definierbares, aber ein durchaus fragw\u00fcrdig definiertes Ganzes ergibt.<br>Bei den Inschriften auf den <em>Auszeichnung<\/em>en handelt es sich um Textnachrichten, die Csutak aus zeitgen\u00f6ssischen Wiener Zeitschriften ausw\u00e4hlte und sich zu eigen machte; Artikelausschnitte und Worte, die f\u00fcr sie bedeutsam waren. Im Gegensatz zu den auf Tontafeln festgehaltenen Texten, die als ewige Wahrheiten angesehen werden, richtet die Kombination der auserw\u00e4hlten Textteile und des empfindsamen Tr\u00e4gers die Aufmerksamkeit eben auf die Verg\u00e4nglichkeit und die Kurzlebigkeit des Inhaltes. <em>Was das Computer-Horror<\/em> \u2013 auf die Frage, wieso sie in diesem Fall diese seltsame, einer Frage \u00e4hnliche, aus alleinstehenden Worten zusammengesetzte Wortcollage aus der Presse w\u00e4hlte, gibt es viele m\u00f6gliche Antworten. Die Geschwindigkeit des Informationsflusses nahm eben in diesem Computerzeitalter, das 1975 seinen Anfang fand und bis heute andauert, die \u00c4ra des PC-Netzes, zu und zur selben Zeit erweiterte sich die allgemeine Kapazit\u00e4t zur Datenspeicherung, sowie wurde der Vorgang der Datenerfassung erleichtert. Aber nicht nur die Fakten und die Verwendung des Wortes Computer verkn\u00fcpfen die <em>Auszeichnung<\/em> mit der Geschichte der Computer, sondern auch das Material des Objektes. Silikate sind n\u00e4mlich nicht blo\u00df Elemente von Industrieprodukten wie Glas, Fliesen, Ziegel oder Porzellan, sondern fungieren auch als wichtige Bestandteile von Computern \u2013 beim Mikrochip oder Siliziumkr\u00fcmeln. Ein winziges Siliziumpl\u00e4ttchen enth\u00e4lt tausende Schaltkreise, diese wiederum speichern Dateien und k\u00f6nnen in der Sekunde bereits etwa 20 Milliarden Operationen ausf\u00fchren.<br>Die tausende Jahre alte Geschichte der Datenspeicherung, das Hinterlassen von Spuren wird so auf einem Pl\u00e4ttchen dargestellt, genauer gesagt als ein Porzellanpl\u00e4ttchen mit einem kleinen Text. Der \u201eHorror\u201c, also die erhabene, schauerliche Angst vor dem unberechenbaren Terror, bezeichnet einerseits die st\u00e4ndige Bedrohung, die die Aufrechterhaltung und das Weiterbestehen von Informationen bezeichnet, die am Computer oder in der Cloud, f\u00fcr den Verbraucher auf unnachvollziehbare Weise, gespeichert werden. Andererseits macht er unaufh\u00f6rlich auf die damit verbundene selbstbetr\u00fcgerische Annahme aufmerksam, die die Illusion verbreitet, durch ein vererbtes Bild oder eine Nachricht nach dem eigenen Tod k\u00f6nne das weltliche Ende des Individuums umgangen oder die Gegenwart k\u00fcnstlich verl\u00e4ngert werden.<br>In diesem Sinne erinnert die <em>Auszeichnung<\/em> an die Verg\u00e4nglichkeit des Lebens wie ein gew\u00f6hnliches Vanitas-Objekt. Angesichts des Gegenstandes k\u00f6nnen sich die ausgezeichneten \u201eUrnenbesitzer\u201c und das Werk interpretierende Publikum mit ihrer eigenen Verletzlichkeit, Verg\u00e4nglichkeit konfrontieren. Die g\u00e4ngigsten Vanitas-Symbole sind sogar im Werk enthalten, es muss nur in St\u00fccke geteilt werden. Im Material der <em>Auszeichnung<\/em> (in den Bestandteilen des Knochenporzellans) sind Sanduhr und Totenkopf verborgen; bedenkt man den Herstellungsvorgang des Gegenstandes (das ehemalige Feuer des Ofens), erinnert es an die erloschene Flamme; der Text an der Oberfl\u00e4che bietet einen Einblick in das fortw\u00e4hrend digitalisierende und sich ausdehnende Megaarchiv der generellen menschlichen Kultur (Was das Computer-Horror). Die Goldlegierung des Objektes spiegelt wiederum die materiellen G\u00fcter und das damit stark verbundene Machtsymbol wider, allerdings fungiert sie auch als Symbol der Sonne und der Erleuchtung, und manchmal funkelt sie als das \u201efestgewordene Licht\u201c in den Augen, um damit f\u00fcr ganz kurze Zeit einen Beitrag zu leisten, die immerw\u00e4hrende Todesangst der Wahrnehmbarkeit zu entziehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"popmake-423\"><strong><a href=\"http:\/\/www.magdacsutak.at\/pdf\/artmagazin93_mucsi - Kopie.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ARTMAGAZIN&nbsp; 93 \/2017 (HU)<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"gb-container gb-container-be795300 popmake-423\"><div class=\"gb-inside-container\">\n\n<p class=\"gb-headline gb-headline-87d36f0c gb-headline-text\"><strong>            <\/div>\n        <\/div>\n        &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<\/div><\/div>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-text-color has-contrast-3-color has-alpha-channel-opacity has-contrast-3-background-color has-background\"\/>\n\n<\/div><\/div>\n\n\n<div>\n<h3 class=\"gb-text\">Mein Beitrag zum internationalen Jahr des Glases 2022<\/h3>\n\n\n\n<p>Zusammengestellt von Rebeka Erd\u0151<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ZUM WERK<\/strong><br>Ich stelle mein Oeuvre (Arbeiten) in \u201cMeine Kunstkammer\u201d zusammen, die die Zukunft mit<br>der Vergangenheit verbindet, indem ich drei gro\u00dfe Fragen stelle:<br>Was ist:<br>1) die Materie, die k\u00f6rperhafte und k\u00f6rperlose Materie (elementare Teilchen, wie<br>Elektronen, Photonen, usw.),<br>2) die Null (das Nichts oder die Ellipse),<br>3) das Verh\u00e4ltnis zwischen Bild und Abbild.<br>Die drei Themen sind eng miteinander verbunden und erhalten immer mehr Bedeutung<br>durch die Verwendung von elektronischen und quantenbasierten Instrumenten in der<br>sogenannten \u201ePROTHESEN WELT\u201c (Mikroskope, Teleskope, Computer, Smartphone, usw.).<\/p>\n\n\n\n<a class=\"gb-text gb-text-215e9f1d\" href=\"https:\/\/www.magdacsutak.at\/pdf\/Magda%20CSUTAK_Portfolio_Glas.pdf\">Read more<\/a>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magda Csutak Die Ann\u00e4herung an die Null Hier sind die wichtigsten Schritte zu Stationen, die darauf hinweisen, wie ich durch meine Arbeit zur Frage Null gekommen bin (ich bin am Rande des Quantenfeld Vakuums gelandet). Materie formt, deutet Mein Interesse f\u00fcr das Material reicht lange zur\u00fcck. 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